Von der Leichtigkeit, mit und auf Papier zu arbeiten

 

Bei beiden Künstlern, Cordelia Heymann und Bob Lloyd, steht das Prozesshafte am Anfang ihrer Werke. So unterschiedlich ihre Arbeiten auch sind, gehen sie in der Form und Ausdrucksfindung ähnlich vor. Während Cordelia Heymann die Schattenseiten der menschlichen Existenz und die Veränderungen der Gesellschaft untersucht, beobachtet Bob Lloyd die Prozesse des Entstehens und Vergehens und überträgt dies in seine Bildwelten.

 

Der Zyklus von Cordelia Heymann, der 2013 entstand, spiegelt die elektronische Einflussnahme auf das einzelne Individuum bis zum gesellschaftlichen Ganzen wider. Dazu entwickelte sie Stereotypen, die keine Individualität mehr besitzen und in ein "all over" von Überwachung und Elektronik ihrer Gleichschaltung entgegengehen. Die eigens für diesen Zyklus angefertigten Schablonen aus gefundenem Sperrholz ermöglichen ihr ein variantenreiches Drucken ihres Themas.

 

Ob in schwarz/weiß oder mit farbigen Flächen kombiniert - ja, fröhlich wirkend - nimmt sie dem Thema die Brisanz und unterstreicht damit die Verführung der uns umgebenden Mittel.

 

Bob Lloyds Bildwelten lassen sich nicht genau datieren, da der Ursprung seiner Arbeiten meist eine Lithografie ist und die Weiterentwicklung sich nicht kontinuierlich anschließt, sondern über einen längeren Zeitraum entsteht. Die Lithografie, gedacht zur Vervielfältigung, negiert Bob Lloyd, indem er darauf achtet, dass keine gleichen Drucke entstehen. Das unterschiedliche Auftragen der Farbe, das Versetzen des Papiers und das Abdecken von Flächen lässt Vielfalt entstehen.

 

Bob Lloyds bevorzugte Druckfarbe ist schwarz, die Tiefe des Schwarz fasziniert ihn, es ist ein Kosmos, der unendlich ist. Farbe in gesprühter oder gegossener Form ist ein weiteres Element in seinen Arbeiten. Während die gesprühte Farbe gezielt gesetzt wird, folgt die gegossene eigenen Gesetzen.

 

Dieses prozesshafte Entstehen seiner Arbeiten entspricht seiner Lebensphilosophie: alles, was ist, ist dem Prozess des Entstehens und Vergehens unterworfen.

 

Beide Künstler bevorzugen Papier als Bildträger, was ihren Arbeiten eine Leichtigkeit verleiht.


 Kurzviten:

 

Cordelia Heymann wurde 1955 in Frankfurt/Main geboren. Studium der Kunsterziehung an der Goethe-Universität, Frankfurt. Ausbildung der freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe. Seit 1984 freischaffend in Frankfurt.

 

Bob Lloyd wurde 1946 in Vancouver, Kanada geboren. Studium an der Kunstakademie Antwerpen. Seit 1974 freischaffend in Frankfurt/Main. Werkstattleiter der Druckwerkstatt der Klosterpresse e.V. Frankfurt.